Über das Trampen

Wir haben euch bereits von unserer erster Erfahrung mit dem Trampen berichtet. Doch diesmal wird es wohl ein bisschen schwieriger werden – für eine Strecke von ca. 100 km nach Taupo gibt es keine vernünftige Busverbindung. Die einzige Möglichkeit ist eine komplizierte Zick-Zack-Fahrt und das wollen wir uns ersparen. Wir versuchen es nochmal mit Trampen. 

Im Hostel besorgen wir uns eine grosse, stabile Pappe und einen dicken Stift. Der Herbergsvater verrät uns, dass er nachher nach Taupo fährt, aber sein Auto schon vollbepackt ist und er deshalb keinen Platz für uns hat. Ausserdem, so sagt er, wäre es „No fun“, wenn er uns jetzt eine Mitfahrgelegenheit anbietet. Wir sollen uns einfach an die Strasse stellen und den Daumen raushalten. Mittlerweile können wir recht entspannt mit solchen ungewissen Situationen umgehen. Wir haben keinen Ahnung, wie wir von A nach B kommen, aber das wird schon.

„Don’t worry, be happy“

In irgendeinem Blog hatte ich mal gelesen, dass es beim Trampen hilft, wenn man nicht nur schnöde den Zielort auf ein Stück Pappe malt, sondern ein bisschen kreativ wird. Unsere Idee: Wir bieten dem oder der potenziellen Fahrer/in als Dankeschön eine Tafel Schokolade an. Wer kann da schon „Nein“ sagen? Micha nimmt sich Zeit und verschönert die Pappe noch mit einem kleinen Kunstwerk.

Wir laufen los, die Sonne knallt und wir japsen unter dem Gewicht unserer Rücksäcke. Wir müssen zu der Kreuzung laufen, die nach Taupo führt. Nach etwa 1 km kommen wir dort an und stellen fest, dass es hier weit und breit keinen Schatten gibt. Hoffentlich müssen wir nicht lange warten. 

Das erste Auto fährt an uns vorbei, der Fahrer macht ein Zeichen. Wahrscheinlich fährt er nicht nach Taupo. Dann kommt erstmal eine ganze Weile Niemand. Leere. Stille. Nur die Zikaden zirpen unentwegt. Wir nutzen die Zeit für ein Foto. Kein Auto kommt uns entgegen. Um unseren Anschlussbus in Taupo zu bekommen, müsste sich spätestens nach vier Stunden jemand erbarmen und uns mitnehmen. Doch so lange wollen und können wir hier wohl auch nicht in der prallen Sonne stehen. 

Ein zweites Auto biegt in die Strasse ein. Wir setzen unser bestes Lächeln auf. Es ist ein grosses Auto mit einer leeren Rückbank. Das könnte klappen. Die zwei Insassen schauen geradewegs….an uns vorbei. Wie unhöflich, denke ich. Wir witzeln…das müssen wohl selbst Touristen sein.

Und während wir Ihnen noch hinterherschauen, hält ein grosser weisser Van direkt vor unseren Füssen. Immy, so der Name des Fahrers, fährt über Taupo und nimmt uns gerne mit. Toll, besten Dank! Wir freuen uns wie Bolle. Das Bemalen des Schildes hat doch tatsächlich länger gedauert, als das Warten auf der Strasse an sich. Wie cool. Immy, ein Maori, erzählt uns, dass er viel unterwegs ist und öfter Tramper mitnimmt. Er redet gerne, nur leider verstehen wir aufgrund der recht lauten Reggae Musik nicht alles. Ein paar Stichwörter schnappen wir auf und können so durch Nachfragen das Gespräch am Laufen halten.

Im Hintergrund läuft Bobby McFerrin und ich muss schmunzeln.


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