E noho rā – Tschüss auf Māori

Irgendwann ist immer Schluss. Das Touristenvisum für Neuseeland endet nach 90 Tagen. Wir haben es mit unseren 88 Tagen nahezu maximal ausgereizt und in der Zeit natürlich nicht alles, aber vieles vom Land kennengelernt. Einige unserer Erlebnisse, die Treffen mit Menschen und Tieren, die Tage in der Natur, unsere Reiseroutinen und ein paar Gedanken haben wir in diesem Blog für euch (und auch für uns) schriftlich festgehalten und mit ausgewählten Fotos gespickt. Zum Abschluss hier noch ein paar Notizen, die nicht in die bisherigen Artikel reinpassten uns aber trotzdem erwähnenswert erscheinen. 

1. Die stets aufgeschlossenen und freundlichen Menschen. Oft wurden wir gefragt, woher wir denn kommen und ob wir Hilfe benötigen, obwohl wir wahrscheinlich nicht das erste deutsche Pärchen waren, das ihnen an diesem Tag über den Weg gelaufen ist. Das finden wir bemerkenswert, da wir auch selbst auf viele Landsleute in Neuseeland trafen – vor allem junge „Work and Travel“-Reisende. Oft wurden wir von den Kiwis belächelt „Deutschland muss ja ein schlimmes, hässliches Land sein, wenn so viele von euch hierher kommen.“  

2. Die Kultur der Maori ist überall gegenwärtig, wird geschätzt und bewahrt. In Napier durften wir anlässlich einer Festivaleröffnung einem Willkommensritual beiwohnen, ebenso in Wellington. In einer Bibliothek in Rotorua hatten wir zufällig Gelegenheit, eine Haka-Vorführung zu sehen.

Der Haka – ein ritueller Tanz der Maori.

3. An den Linksverkehr gewöhnten wir uns schnell. Es gibt viele Schilder und Zeichen auf der Fahrbahn, die darauf hinweisen und den Touristen daran erinnern, dass man sich links zu halten hat. Die Strassen sind zwar meist einspurig, dafür aber recht breit. Alle paar Kilometer gibt es „Überholspuren“, falls die Schlange der Fahrzeuge hinter einem zu lang wird. Papa Schlumpf war bei maximal 110 km/h am Limit und bereits bei 80 km/h ziemlich laut, also ein eher gemütlicher Gefährte – wir wurden oft überholt.

Das grüne Signal einer Fussgängerampel in Napier. Zu Fuss gegangen wird scheinbar nur, wenn der Hund mit Frauchen Gassi geht.

4. In diesem weitläufigen Land scheint jeder ein eigenes Auto zu haben. Deshalb ist wohl auch der Nahverkehr in den Städten nicht wirklich gut ausgebaut und oft unzuverlässig. Es gibt zwar ein Busnetz, aber die Busse fahren selten. In Tauranga, einer 115.000 Einwohner zählenden Hafenstadt haben wir den letzten Bus um kurz vor 20 Uhr knapp verpasst. Dabei war es wochentags, Hochsommer und immer noch hell. In der Hauptstadt Wellington haben wir zum Teil lange und vergeblich auf Busse gewartet, obwohl sie eigentlich alle 20 Minuten kommen sollten.

5. Vor allem Dorf- und Städtenamen werden nicht selten anders ausgesprochen, als wir es aufgrund unseres Schulenglischs erwartet hätten. Das sorgte ab und zu für ein Lächeln auf der anderen Seite – die Deutschen eben 🙂

Der Takahe, noch so ein seltener Vogel, der das Fliegen verlernt hat.

6. Es scheint ein gemeinsames Ziel aller Organisationen und der Bevölkerung, dass die von europäischen Einwanderern eingeführten Tiere wie Possums, Hermeline und Ratten bis 2050 auszurotten sind, um die heimischen Vogelarten zu schützen. In Naturschutzparks sieht man alle 100 Meter Fallen und Warnhinweise, dass in der Gegend Gift ausgelegt wurde. In dieser Konsequenz haben wir das woanders noch nicht erlebt.

7. Hier gibt es den besten Joghurt, den wir je gegessen haben. Der hat uns so gut geschmeckt, das wir gerne Werbung dafür machen: Raglan Joghurt aus Kokosnussmilch- so much goodness. „Goodness“ (also etwas Gutes, Wertvolles) ist auch so ein Begriff, den wir hier häufig hörten und der auf jedem zweiten Produkt steht. Wir werden ihn wohl bleibend mit Neuseeland verbinden.

TIAKI – das bedeutet, Menschen und Orte zu schützen. 

8. Das „Tiaki“-Versprechen zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Begegnungen im Kiwi-Land. Es scheint wie eine stillschweigende Übereinkunft aller Einheimischen – egal ob Maori, Einwanderer der ersten Generation oder Neuankömmlinge zu sein. Alle eint der Stolz und das Wissen um die Verantwortung für ihr Land, es achtsam und so zu behandeln, das auch die Kinder und deren Kinder diese heutige Vielfalt und Schönheit erleben können. Nie haben wir Aggressivität, Egoismus oder soziale Kälte unter den Einheimischen wahrgenommen. Wir spürten vielmehr gegenseitige Rücksichtnahme, einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn sowie den Respekt gegenüber den Menschen und der Natur. 

TIAKI – das sind keine leeren Worthülsen in Neuseeland  – es ist gelebter Alltag. 

TIAKI – das Versprechen packen wir in unsere Rucksäcke und tragen es in die anderen Orte, die wir noch bereisen wollen. Denn nicht nur Neuseeland, alle Länder, jeder einzelne Mensch, jedes Lebewesen, die gesamte Natur um uns herum ist kostbar. 

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